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Volkes schrille Stimme schockt!

November 15, 2007 · 1 Kommentar

Bei meinen Recherchen zum aktuellen Thema „Wohn-Riester“ stieß ich gestern morgen auf einen Artikel in „Die Welt-online.“ Unter der Headline „Große Koalition will Riester starten“ beschrieben am 26.10.07 Barbara Brandstetter und Jan Dams die mühsame Annäherung der beiden Koalitionspartner bei der Umsetzung der Riester-Rente für selbstgenutztes Wohneigentum. http://www.welt.de/finanzen/article1302041/Grosse_Koalition_will_Wohn-Riester_starten.html

Die Umsetzung ist nicht ganz einfach zu realisieren, da  die Riester-Rente nachbesteuert wird. Doch die zähen Diskussionen um das zukünftige Procedere bei der Eingliederung des selbstgenutzten Wohneigentums in die staatliche Förderung der Altersvorsorge hat schlicht ein Ziel: den Menschen in der Bundesrepublik Anreize zu geben, sich mehr um ihre Altersvorsorge zu kümmern. Daher tut die Regierung gut daran, auch das Wohneigentum in die Riesterei mit einzubeziehen – ganz gleich, wie sie dies tut. Schließlich hat sie sich ja dann auch vorgestern auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt.  Käufer einer Immobilie können in Zukunft einen Großteil ihrer Ansparsumme der Riesterrente entnehmen und als Eigenkapital für den Kauf einer Immobilie einsetzen. Da die Summe während der Ansparphase steuerlich gefördert wird, muss mit Renteneintritt dieses entnommene Geld nachversteuern werden. Wie dies genau geschehen soll, darüber streiten die Koalitonäre in Berlin noch. Ganz gleich, wie und wann sich CDU und SPD einigen werden: für den Käufer einer Immobilie ist die Aufstockung seines Eigenkapitals durch die Zugriffmöglichkeit auf das Riester-Sparschwein ein großer Vorteil.

Für viele scheint die eigene Immobilie Teufelswerk 

Doch die Freude bei den Geförderten hält sich in Grenzen… die Kommentare zu diesem Artikel sprechen ein ganz eigene Sprache. Ich war doch schon sehr überrascht, wie schlecht Menschen über Wohneigentum denken. Hier eine kleine Auswahl 

  • „Bei dem heutigen Arbeitsmarkt mit den Anforderungen an die Arbeiter ( totale Flexibilität,d.h. immer und überall einsetzbar ) sollte jeder sich überlegen eine Immobilie als Klotz am Bein anzuhängen. Ich glaube auch, dass beim Platzen der Immobilienblasen in Europa auch in Deutschland die Preise weiter in den Keller gehen. Das heißt wer unbedingt will, sollte warten.“
  • „Ich glaube, dass den meisten Leute gar nicht bekannt ist, dass die Riester Rente einen Haken hat:
    wer im Rentenalter Deutschland verlassen will, kann dies gerne tun: nur erhält er keine der in den Jahren aufgebauten Zulagen ausbezahlt. Dies werde in diesem Fall einbehalten. Durch die Riester Rente bindet man sich somit an Deutschland…“
  • „jemand der die kohle verbraucht, erhält bei zu geringer Rente im Alter die sog. Grundsicherung, d.h. Renten-H4, incl. Miete etc. wenn man – selbst abbezahltes – Wohneigentum hat, braucht man logischerweise weniger Rente, d.h. bei zu wenig GRV-Rente braucht der Staat nicht so viel zuzahlen. Das ist der Sinn von Riester und Wohn-Riester. Die Leute sollen ihre H4-Rente selbst zahlen, denn die GRV-Rente wird zukünftig kaum bis zum Sozialhilfesatz reichen. “
  • „Familien können es sich schon längst nicht mehr leisten, zu bauen
    1. gibt es kaum noch richtige Familien, d.h. auf Dauer zusammenlebende Eltern (ob mit oder ohne Trauschein) mit Kindern
    2. selbstgenutzte Immobilien sind das Gegenteil der geforderten und erforderlichen Mobilität und Flexibilität
    3. will der Staat damit nur die, die es sich noch leisten könnten, d.h. die qualifizierten Fachkräfte, in D binden, damit sie sich weiterhin schön ausquetschen lassen also Finger weg davon, das Ganze bringt nur Versicherungen etc. wieder mehr Einnahmen, sonst nichts“

Ich  glaube und ich hoffe nicht, dass diese Meinungen repräsentativ sind. Allerdings hat mir diese schrille Volkes-Stimme doch schon sehr zu denken gegeben. Woher kommen diese Ansichten? Wer macht diese Meinung? Branchenteilnehmer und Kommunkationsfachleute, die wie ich  im Bereich Immobilien tätig sind, sollten sich nach der Lektüre der obigen Meinungen schon ihre Gedanken machen. Angesichts der aktuellen Marktlage intensiver denn je.

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